Die Logistikweisen haben ihre Prognose für das Jahr 2026 zuletzt deutlich nach unten korrigiert: Während im vergangenen Herbst im sogenannten Trendszenario noch ein reales Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent als wahrscheinlich angesehen wurde, beurteilen die Experten um Prof. Christian Kille die Aussichten inzwischen deutlich pessimistischer. Für die Logistikwirtschaft erwarten sie im Jahr 2026 real lediglich eine Stagnation. Gleichzeitig rechnen die Fachleute mit einer „Logistikinflation“ von mindestens drei Prozent. Konkret bedeutet das: Die Kosten steigen weiter, während Wachstumspotenziale begrenzt bleiben.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind unter anderem die angespannte geopolitische Lage, die anhaltende Zurückhaltung bei Investitionen vieler Unternehmen sowie die fehlenden Wachstumsimpulse aus zentralen Schlüsselindustrien. Zwar gehen aus der Bauwirtschaft und der Rüstungsindustrie nach Einschätzung der Experten Impulse aus, diese reichen jedoch nicht aus, um die Wirtschaft spürbar anzukurbeln. Die Auswirkungen sind auch in der Logistikbranche zu spüren: In ihren aktuellen Thesen zeigen die Logistikweisen auf, wie sich der Logistikstandort Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln könnte. Daraus lässt sich wiederum ableiten, welche Rolle Digitalisierung sowie moderne Softwarelösungen spielen.
Kosten-Produktivitäts-Schere öffnet sich
Mittlerweile gehen die Experten davon aus, dass es sich bei den Herausforderungen der Branche nicht mehr um kurzfristige Konjunkturprobleme handelt. Die Schere zwischen steigenden Kosten und Produktivität öffnet sich weiter, sodass Unternehmen höhere Aufwendungen immer seltener durch zusätzliche Nachfrage oder steigende Volumina ausgleichen können.
Das „Zeitalter des automatischen Logistikwachstums“, so die Logistikweisen, sei damit beendet. Unternehmen sind daher gezwungen, ihre Produktivität deutlich zu steigern, um langfristige Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Effizienz entwickelt sich damit zum zentralen wirtschaftlichen Erfolgsfaktor.
Digitalisierung wird zur Notwendigkeit
An diesem Punkt gewinnen Digitalisierung und insbesondere Automatisierung weiter an Bedeutung. Zwar werden große Transformationsprojekte aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit derzeit zurückgestellt, gleichzeitig steigt jedoch der Druck, bestehende Prozesse effizienter zu gestalten.
Moderne Softwarelösungen ermöglichen es Unternehmen, vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen und operative Abläufe zu optimieren, ohne umfangreiche Veränderungen umsetzen oder große Investitionen tätigen zu müssen. Transport Management Systeme (TMS) und Warehouse Management Systeme (WMS) schaffen nicht nur Transparenz entlang der Lieferkette, sondern reduzieren ebenso manuelle Tätigkeiten, indem sie Mitarbeitende bei der Planung, Steuerung und Entscheidungsfindung unterstützen.
Besonders relevant ist hier der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Mitarbeitende werden nicht ersetzt, sondern bei der täglichen Arbeit entlastet. KI übernimmt zeitaufwendige Routineaufgaben und schafft damit Freiräume für strategische und fachliche Tätigkeiten. Vor allem in der Disposition, in der Auftragsbearbeitung oder der Lagersteuerung beschleunigen intelligente Assistenzfunktionen Prozesse und Entscheidungen. KI-gestützte Systeme stellen Informationen schneller bereit, machen Vorschläge für die Bearbeitung oder erledigen wiederkehrende Arbeitsschritte automatisch.
Vom Fachkräftemangel zur Kompetenzlücke
Auch im Personalbereich sehen die Logistikweisen einen deutlichen Wandel: Aus dem klassischem Fachkräftemangel ist inzwischen eine Kompetenzlücke geworden. Entscheidend ist damit nicht mehr allein ausreichend Personal zu finden, sondern vor allem Mitarbeitende mit den erforderlichen fachlichen und digitalen Kenntnissen.
Vor diesem Hintergrund wird es immer wichtiger, dass Mitarbeitende beispielsweise mit digitalen Werkzeugen umgehen können und datenbasierte Prozesse beherrschen. Denn auch hier sind digitale Systeme entscheidend: Wiederkehrende Aufgaben können mithilfe von Softwarelösungen vereinfacht werden, zum Beispiel bei automatisierten Auftragsübernahmen oder digitaler Tourenplanung. So können die wenigen Kapazitäten, die im Unternehmen vorhanden sind, gezielter eingesetzt werden.
Cybersecurity als Erfolgsfaktor
Eine weitere Herausforderung für die Logistikbranche sehen die Experten im wachsenden Risiko von Cyberattacken. Unternehmen müssen einen erheblichen Teil ihres IT-Budgets für entsprechende Sicherheitsmaßnahmen aufwenden, was Investitionen in anderen Bereichen zusätzlich erschwert.
Deshalb gewinnt die Wahl zuverlässiger und langfristig betreuter Softwarelösungen weiter an Bedeutung. Regelmäßige Updates, hohe Sicherheitsstandards und kontinuierliche Weiterentwicklung tragen dazu bei, Risiken zu reduzieren und gleichzeitig die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte zu schaffen.
Neue Anforderungen an die Branche
Insgesamt stellen die Experten fest, dass sich das Marktumfeld zunehmend verändert. Wachstumsbranchen wie Bau, Pharma und Verteidigung stellen andere Anforderungen an Lieferketten, Lagerprozesse und Transportabläufe als die bislang prägenden Schlüsselindustrien.
Mit flexiblen IT-Systemen können Unternehmen schneller auf veränderte Marktbedingungen reagieren und so handlungsfähig bleiben. Damit wird deutlich: Digitalisierung ist besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Produktivität entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit
Die neuen Thesen der Logistikweisen zum Logistikstandort Deutschland zeigen: Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein wichtiges Werkzeug, um Herausforderungen wie steigende Kosten, Fachkräftemangel und wachsende Komplexität zu bewältigen. Gleichzeitig eröffnet sie Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produktivität zu steigern und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Auch bei der LIS spielt KI bereits eine zentrale Rolle und ist fest in der Unternehmensstrategie verankert. Das Jahr 2026 nutzen wir gezielt, um unsere Lösungen zukunftssicher weiterzuentwickeln und unsere Softwareprodukte, darunter das Transport Management System WinSped und das LIS Warehouse Management (LWM), um praxisnahe und nutzerfreundliche KI-Funktionen zu erweitern. So unterstützen wir unsere Kunden dabei, Prozesse effizienter zu gestalten und den Herausforderungen eines zunehmend anspruchsvollen Marktumfelds erfolgreich zu begegnen.
Was die Prognose der Logistikweisen für die Digitalisierung bedeutet
| Prognosen der Logistikweisen | Bedeutung moderner Softwarelösungen |
|---|---|
| Deutschland braucht eine Logistik-Bildungsoffensive. | Benutzerfreundliche und moderne Software unterstützt Unternehmen dabei, digitale Kompetenzen aufzubauen, Wissen zugänglich zu machen und Mitarbeitende bei datenbasierten Entscheidungen zu unterstützen. |
| Die Kosten-Produktivitäts-Schere ist kein Konjunkturphänomen mehr. | Automatisierung und KI-gestützte Funktionen helfen dabei, Prozesse effizienter zu gestalten und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen. |
| Das Zeitalter des automatischen Logistikwachstums ist vorbei. | Transparente Daten, automatisierte Abläufe und fundierte Entscheidungsgrundlagen helfen Unternehmen dabei, ihre Produktivität gezielt zu steigern. |
| Der Strukturwandel trifft die Logistik. | Flexible TMS- und WMS-Lösungen lassen sich an neue Branchenanforderungen, Geschäftsmodelle und Prozessabläufe anpassen. |
| Verlässlichkeit ist ein wirkungsvoller Investitionsanreiz. | Moderne Softwarelösungen schaffen Planungssicherheit und bilden die Grundlage für langfristige Digitalisierungsstrategien. |
