Pilotprojekt Thermotraffic: Cargobull Telematics und LIS AG integrieren Trailertelematik in WinSped

Quelle: logistik-express.com

Zeit ist Geld: Für kaum eine Branche gilt dies wie für den Transport- und Logistik-Bereich. Touren werden beispielsweise angepasst, Fahrerdaten ausgewertet, Laderäume optimiert und Abläufe dank IT-Einsatz effizienter gestaltet. Einen Wettbewerbsvorteil verschafft sich, wer sämtliche Prozesse in einem System bündelt und zentral steuert. Um Anwendern einen verbesserten Überblick der Transportabwicklung zu verschaffen, haben die LIS Logistische Informationssysteme AG und die Cargobull Telematics GmbH eine Schnittstelle zwischen der Transportmanagement-Software WinSped und der Trailertelematik entwickelt.
Anwender erhalten fortan sämtliche Informationen des  Telematiksystems „TrailerConnect“ in WinSped. Direkt in der Disposition sehen Nutzer beispielsweise Positionen und Verfügbarkeiten einzelner Trailer oder die Temperaturüberwachung in Echtzeit ein. Zuvor mussten Disponenten für detaillierte Trailerinformationen zwischen den beiden Systemen wechseln und in zwei unterschiedliche Bildschirme schauen. Dank der Datenkonzentration erscheinen Warnhinweise oder Alarme nun sofort in der Transportmanagement-Software. Für die Disponenten ist die Auftragsnummer des Frachtauftrages die zentrale Größe. Darunter sind alle Daten – auch die Trailerdaten erfasst. Das spart Zeit und erhöht die Effizienz in der dispositionellen Abwicklung.

Trailer-Telematik liefert neben den Ladungsdaten auch wichtige Informationen über rechtzeitige Abfahrt oder Ankunft der Auflieger, Standort- und Standzeit-Übersichten oder etwa die automatische Erkennung einer Sattelzugmaschine, sofern entsprechende Sensorik verbaut ist. Das sind wichtige Ergänzungen für den bereits in WinSped enthaltenen Logistikprozess.

Datenkonzentration bei Thermotraffic
Gemeinsam mit einigen Pilotkunden erörterten die LIS AG und Cargobull Telematics die praxisnahen Anforderungen. Zu diesen Unternehmen zählt die Thermotraffic GmbH aus Versmold. Die internationale Kühlspedition hat sich auf logistische Gesamtkonzepte für temperaturgeführte Güter sowohl im Food- als auch im Non-Food-Bereich spezialisiert. Seit 2008 setzt Thermotraffic TrailerConnect von Schmitz Cargobull ein. Nach Einführung von WinSped 2013 entstand die Idee zur Zusammenführung der Daten. „Unser Ziel ist es natürlich immer, möglichst viele Informationen zu bündeln“, beschreibt Michael Kühn, Leiter Transportmanagement bei Thermotraffic, die Motivation des Versmolder Unternehmens. „Bei etwa 30 Prozent aller Transportrechnungen müssen wir heute schon einen Temperaturbeleg der Rechnung beifügen. Dieses können wir nach der Umsetzung in WinSped automatisch.“

Temperaturüberwachung erleichtert
Zum Portfolio von Thermotraffic gehören Lebensmittel-, Pharma- und Chemie-Transporte. Die Überwachung der gesamten Temperaturhistorie ist bei derartig sensiblen Gütern unerlässlich. Durch die Integration der Temperaturdaten wird dies deutlich vereinfacht. Gibt es beispielsweise einen Fehler mit dem Kühlsystem, erhalten Fahrer und Disposition eine Warnmeldung aus der Telematik und können umgehend intervenieren. Zudem werden die Mitarbeiter durch die Datenkonzentration entlastet: „Ohne die Schnittstelle bräuchte jeder Mitarbeiter in der Abrechnung einen Account für die Applikation von Cargobull Telematics, um manuell einen Temperaturbericht für die Rechnung zu erstellen“, verdeutlicht Kühn. Darüber hinaus entfällt durch die Zusammenführung der Daten das händische Eintragen der Status-Meldungen in den Fahrzeugeinsatzplan. Touren von Subunternehmern verfolgen die Mitarbeiter nun ebenfalls im Dispositions-Einsatzplan in WinSped.

Diebstahlsicherung von High-Value-Goods
Neben der Temperaturüberwachung profitieren Anwender auch bei der Transportsicherheit – vor allem beim Transport von Gefahrgütern oder sogenannten High-Value-Goods wie beispielsweise Medikamenten. Über einen Sensor wird jede Türöffnung des Trailers via Telematik an WinSped gespielt. Sowohl während der Fahrt als auch auf längeren Pausen wird die Ladung der aktuell etwa 100 eingesetzten Thermotraffic-Trailer überwacht. Bei Diebstahl oder Beschädigung erfolgt ein sofortiger Alarm. So gewährleistet der Kühllogistikexperte die ordnungsgemäße Abwicklung von Sicherheitstransporten. Einige Transporte erfordern zudem Interventions-Maßnahmen wie Begleitschutz oder zusätzliche Sicherheitseinrichtungen.
An insgesamt neun Standorten in Deutschland sowie sechs Standorten in Europa arbeiten rund 20 Mitarbeiter von Thermotraffic mit der Transport-Lösung. Etwa 500 Ladungen wickelt das Unternehmen pro Tag ab.

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