„Nur verkaufen, das reicht nicht“

Grevener LIS AG erschließt neue Märkte in den Niederlanden und stattet Firmen mit Speditionssoftware aus.

Quelle: GV Greven

GREVEN. Die Logistische Informationssysteme (LIS) AG aus Greven expandiert. Der Her-steller von Transportmanagement-Software verstärkt sein Engagement in den Niederlanden. Warum, das erklärt Vorstand Volker Lückemeier im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Niederlande seien für Deutschland der größte Handelspartner in der EU. In der Transport- und Logistikbranche biete der niederländische Markt deutschen Unternehmen eine zukunftsfähige Perspektive. „Wir werden dort unsere Aktivitäten ausbauen“, sagt Volker Lückemeier. „Aber ohne intensive Marktbearbeitung bringt das nichts. Die LIS AG wird mit der 2009 gegründeten Tochtergesellschaft LISB BC als Aussteller in diesem Jahr auf zwei Fachmessen vertreten sein. Die Niederlande seien ein Handelsvolk, sagt Lückemeier. Als Stichworte nennt er Blumen und landwirtschaftliche Produkte. Eine große Rolle spiele sicherlich der Übersee-Handel.
„Der Hafen Rotterdam ist ein wichtiger Faktor.“ Der Logistikmarkt des Nachbarlandes sei von der Dichte her stärker als der deutsche. „Und auch die Bevölkerungsdichte in den Niederlanden ist hoch, vieles ist logistisch zu bewältigen.“ Die Fachmessen sieht die LIS AG, die am Hauptsitz in Greven über 60 Mitarbeiter beschäftigt, als ideale Plattform, um ihre Speditionssoftware zu präsentieren. Verkauft wird dabei allerdings nicht. „Es sind klassische Messen für Fachleute, keine Verkaufsmessen“, erläutert Lückemeier. „Sie dienen der Kontaktgewinnung.“
Kontakte wollen die Mitarbeiter der LIS vor allem mit mittelständischen Transportunternehmen knüpfen. Doch zählen auch Schwergewichte der Branche zur Kundschaft. Der Grevener Logistiker Fiege ist einer davon. Gleichwohl sieht Lückemeier die Mittelständler der Transportbranche als Hauptklientel. „Da gibt es in Deutschland viele Tausend. Der Markt ist recht groß.“ Bei der Entwicklung und Installation von Speditionssoftware zählt die LIS AG hierzulande zu den Marktführern. Rund 50 Neukunden kommen jedes Jahr hinzu.
Lückemeier: „ Unsere Software ist auf Rechnern in fast allen Ländern Europas installiert.“ Wobei für den Vorstand eine Expansion gen Osten derzeit theoretisch denkbar wäre.
„Praktisch muss man sehen, in welchen Strukturen man sich bewegt und welche Investitionen man tätigen kann.“ Die Produkte der LIS AG seien extrem erklärungsintensiv. „Es reicht nicht, sie nur zu verkaufen. Man muss die Organisation mitliefern. Die Software werde optimal den Bedürfnissen des Kunden angepasst. „Dazu braucht es eine gewisse Zeit an Beratung, Einweisung und Schulung.“ Verstärke das Unternehmen sein Engagement in einem anderen Land, müsse es dort Muttersprachler ausbilden. „Das geht nicht von heute auf morgen. Das dauert mindestens ein Jahr, wenn nicht länger.“

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